Rémy Mahler Orgel

Die Rémy-Mahler-Orgel

Die 1997 entstandene Orgel in St. Elisabeth Landau orientiert sich in ihrem Klangbild und in ihrem technischen Aufbau an historischen Vorbildern des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, wie sie heute noch vor allem im Elsass zu finden sind.

Das Grundprinzip der Disposition ist es, eine Synthese von klassischer deutscher und französischer Orgelbautradition zu bilden. Daher entstammen ihrer Mensurierung und ihrer Intonation nach dem französischen Orgeltyp die Prinzipal-, die Flöten- und Trompetenregister, dem süddeutschen Orgeltyp die Streichregister. Damit das Instrument trotz der eingeschränkten Anzahl von nur 22 klingenden Registern (ohne Transmissionen) eine Vielfalt an musikalischen Möglichkeiten für Gottesdienst und Konzert zu bieten vermag, sind die Stimmen entsprechend auf die Teilwerke verteilt. (…)

Das Grundprinzip des Prospektes ist es, sich in den gelungenen modernen Kirchenraum

zu integrieren und trotzdem einen eigenen optischen Akzent zu setzen. Daher war der ideale Standort die Nische an der vorderen Nordwand des Kirchenbaus, die das in seinen Ausmaßen (Näherungswerte: Höhe 8,0 m, Breite 4,0 m, Tiefe 1,5 m) nicht gerade kleine Werk vollständig aufzunehmen vermag und zudem in akustisch hervorragender Weise den Klang gebündelt abstrahlt. Die ineinander fließenden Formen des Orgelgehäuses gewährleisten, dass das Instrument zwar als eine eigenständige Größe zur Geltung kommt, jedoch nicht die Aufmerksamkeit des Gottesdienstbesuchers vom Altarraum ablenkt. Somit zieht es nicht etwa das Interesse des Betrachters durch besondere architektonische oder ornamentale Elemente auf sich, sondern beruhigt das Auge durch Gestaltung der Pfeifenfelder und Pfeifentürme, in denen Pfeifen des Montre 16’, des Montre 8’ sowie des Salicional 8’ und Prestant 4’ stehen. (…)

Auch wenn sich in der Orgel in St. Elisabeth Landau sowohl in klanglicher als auch in baulicher Hinsicht die Errungenschaften einer vergangenen Epoche widerspiegeln, so ist das Instrument dennoch keines, auf dem nur die „Alte Musik“ des Barock bis zur beginnenden Romantik gespielt werden kann, sondern eines, das auch für die „Neue Musik“ des 20. Jahrhunderts ideale aufführungspraktische Bedingen liefert, denn es stellt ein in sich geschlossenes, charaktervolles Werk dar, das seinen liturgischen und konzertanten Aufgaben bestens gerecht wird. Eine wertvolle Bereicherung bildet es nicht nur für die Gemeinde in ihrem täglichen Leben, sondern auch für die Orgellandschaft in und um die Stadt Landau.

Prof. Dr. Michael G. Kaufmann

Die Disposition der Rémy-Mahler-Orgel in St. Elisabeth

Grand Orgue

Manual I

Postiv

Manual II

1.

Montre 16’

11.

Bourdon 8’

2.

Montre 8’

12.

Salicional 8’

3.

Bourdon à cheminée 8

13.

Prestant 4’

4.

Viole de gambe 8’

14.

Flûte à cheminée 4’

5.

Prestant 4’

15.

Flagoulet 2’

6.

Nazard 22/3’

16.

Nazard 22/3’

7.

Doublette 2’

17.

Tierce 13/5’

8.

Forniture III 11/3’

18.

Sifflet 1’

9.

Cornet V ab hO

19.

Cromorne 8’

10.

Trompette 8’

Pedalle

20. Montre 16’ (Transmission)

21 Sousbasse 16’

22. Flûte 8’

23. Prestant 4’ (Transmission)

24.* Posaune 16’

25. Trompette 8’ (Transmission)

26. Tirasse I/P

27. Accouplement II/1

28. Tremblant doux I

29. Tremblant doux II

30.* Zimbelstern

* späterer Einbau vorgesehen